Bindenaht
Stelle, an der zwei Fließfronten aufeinandertreffen, etwa hinter einer Bohrung. Oft sichtbar und mechanisch schwächer; Lage über Anschnitt, Kaskade und Wanddicke steuerbar.
Cross-WLF-Modell
Beschreibt die Viskosität einer Kunststoffschmelze abhängig von Scherrate, Temperatur und Druck. Industriestandard der Spritzguss-Simulation.
Einfallstelle
Mulde an der Oberfläche über dicken Bereichen (Rippen, Dome), weil das Innere nach dem Erstarren der Haut weiter schwindet. Abhilfe: Wand ausdünnen, Nachdruck, Rippenregel.
Eigendehnungsmethode
Schnelles Verfahren zur Verzugsberechnung beim 3D-Druck: Jede Schicht erhält eine Schwindung (Eigendehnung), die aus Prozessparametern abgeleitet und am Messteil kalibriert wird.
Entformschräge
Neigung von Flächen in Entformrichtung (typisch 0,5–2°), damit sich das Teil aus dem Werkzeug lösen lässt.
Explizite Dynamik
Zeitschrittverfahren für schnelle Vorgänge wie Aufprall und Fall: kleine Zeitschritte, keine Gleichungssysteme, robust bei Kontakt und Bruch.
Faserorientierung
Ausrichtung der Glasfasern in der Schmelze durch die Strömung (Folgar-Tucker). Bestimmt Steifigkeit, Festigkeit und Verzug faserverstärkter Teile.
Füllanalyse
Simulation der Formfüllung beim Spritzgießen: Fließfront, Druck, Temperatur, Bindenähte und Lufteinschlüsse.
Gyroid
Dreifach periodische Minimalfläche (TPMS) als Gitterstruktur für den 3D-Druck: selbsttragend, steif, gut entpulverbar.
Kaskadenspritzguss
Mehrere Anspritzpunkte öffnen nacheinander über Nadelverschlussdüsen, um Bindenähte zu vermeiden und lange Fließwege zu füllen.
Konturnahe Kühlung
Kühlkanäle, die der Kavität folgen – möglich durch Metall-3D-Druck der Werkzeugeinsätze. Senkt Zykluszeit und Verzug.
MIM / CIM
Metall- bzw. Keramikpulverspritzguss: Formteil aus Pulver und Binder, Entbindern, Sintern mit 15–20 % Schwindung.
Nachdruck
Druck nach der Füllung, der Schwindung durch nachfließende Schmelze ausgleicht, bis der Anschnitt versiegelt.
pvT-Verhalten
Zusammenhang von Druck, spezifischem Volumen und Temperatur eines Kunststoffs; Grundlage für Schwindung und Nachdruck.
Tet10
Quadratischer Tetraeder mit zehn Knoten; bildet Biegung und Spannungen an Kerben deutlich genauer ab als lineare Elemente.
Topologieoptimierung
Rechnerische Materialverteilung für maximale Steifigkeit bei vorgegebenem Gewicht, mit Fertigungsrestriktionen.
Umschaltpunkt
Übergang von der geschwindigkeitsgeregelten Füllphase auf den druckgeregelten Nachdruck – nach Volumen, Druck oder Zeit.
Verzug
Formabweichung nach dem Entformen durch ungleichmäßige Schwindung (Wanddicke, Temperatur, Faserorientierung).

An Ihrem Bauteil ausprobieren?

In der Demo rechnen wir live mit Ihrer Geometrie – Füllung, Werkzeug, Festigkeit oder Druck. Danach richten wir einen Testzugang ein.